Lamporecchio, 26. Januar 2020


Leider sind unsere Vorräte nur noch klein: https://shop.balduccio.it/de/

Das liegt nicht allein daran, dass unsere Kunden uns treu sind und ständig neue Liebhaber guten Olivenöls dazukommen, sondern auch am schwierigen Jahrgang 2019. Obwohl wir auch dieses Jahr Bio-Oliven dazugekauft haben, reicht es möglicherweise nicht für alle.



Lamporecchio, 1. Juni 2019


Unser Öl ist seit Wochen ausverkauft. Kein Problem, denn bald gibt es ja wieder neues! Sichern Sie sich Ihren Anteil an der kommenden Ernte schon heute hier: https://shop.balduccio.it/de/3-produkte



Lamporecchio, 1. Mai 2019


2018 war im Rückblick kein einfacher Jahrgang. Doch am Ende können wir zufrieden sein – mit dem Ertrag, aber auch mit der Qualität des erzeugten Öls. Denn zu Anfang der Ernte sah es ziemlich bedrohlich aus. Die erlösenden Regen kamen fast einen Monat zu spät, die Temperaturen Ende Oktober waren immer noch sommerlich, in manchen Hainen waren die Oliven unwiederbringlich verschrumpelt, in anderen entdeckte man plötzlich und unerwartet Fliegenbefall.


Zwei Umstände sind es, denen wir den glimpflichen Ausgang verdanken: Erstens bewirtschaften wir über 5000 Bäume und zweitens kaufen wir Oliven dazu, und zwar zu Preisen, die fast das Doppelte des Ortsüblichen betragen! Das war dieses Jahr ganz besonders wichtig, denn so konnten wir auswählen. In der Lage zu sein, 1,50 Euro für ein Kilo Oliven zu bezahlen, und zwar subito, macht Qualität möglich, die einem sonst verunmöglicht bliebe. Wo die Qualität nicht zufriedenstellend war, ließen wir in manchen Hainen die Oliven hängen oder lehnten angebotene Oliven ab. 


Im Laufe des Novembers wurde dann klar, dass es viel mehr Oliven gab, als man ursprünglich erwartet hatte, gleichzeitig wollen immer mehr Bauern ihre Oliven bei Balduccio pressen lassen. Das brachte mit sich, dass die Ölmühle in den zwei zentralen Novemberwochen rund um die Uhr in Betrieb war.


2018 war nicht nur in der Toskana ein schwieriges Jahr, und zwar nicht alleine der Oliven, auch einer nicht zeitgemäßen Technologie wegen.

Leider sind die warmen Herbste nicht mehr die Ausnahme, sondern werden, so ist zu befürchten, mehr und mehr zur Regel. Die Oliven werden zu warm in der Ölmühle angeliefert. Bei rückständigen Ölmühlen führt das zu unerwünschten Reaktionen im Olivenbrei und am Ende zu Fehlaromen. Aber selbst bei fortschrittlichen Anlagen wie der unseren sind negative Auswirkungen nicht zu leugnen: Für die Bildung der Aromen in der Ölmühle braucht es Temperaturen um, bei manchen Sorten sogar unter 20°C. Das war bis vor wenigen Jahren bereits Ende Oktober die Normalität, heute nicht mehr.


Balduccio zählt mittlerweile zu den fortschrittlichsten Betrieben der Toskana, wir tun alles dafür, damit das so bleibt!

Ein großer Aufsteller für uns war die Auszeichnung des Gambero-Rosso-Ölführers mit der Maximalnote der drei Olivenblätter!

Auch dem Feinschmecker danken wir für die tolle Auszeichnung!



                    


































Lamporecchio, 7. Dezember 2018


Heute gehen die allerletzten Kartons und Palletten auf die Reise. Es ist geschafft!

Das Jahr war mit dem heiß-trockenen Sommer wieder sehr schwierig, doch dafür wurden wir fast vollständig von der Olivenfliege verschont. Wo die Oliven befallen waren, haben wir sie hängen lassen. Nicht optimal waren die hohen Temperaturen zu Anfang der Ernte. Bis Anfang November kamen die Oliven einfach zu warm rein, was der Entwicklung der Aromen nicht förderlich war. Insgesamt ist 2018 für Balduccio bestimmt ein guter, wenn auch nicht exzellenter Jahrgang.

Die aromatischsten Öle entstanden nach dem Kälteeinbruch zu Anfang der zweiten Novemberdekade.




Lamporecchio, 31. Mai 2018


Im Moment sind alle unsere Vorräte aufgebraucht und da wir aus Prinzip kein Öl zukaufen, können wir leider nichts mehr abgeben.


Wir produzieren auf Vorbestellung. Das heißt, wir schreiben unsere Kunden jeweils Ende September an und bitten sie, uns ihre Öl-Bedürfnisse bekanntzugeben. Auf der Grundlage dieser Vorbestellungen produzieren wir und verschicken das Öl dann noch im November oder auf Wunsch auch Ende März an unsere Kunden.


Gerne nehmen wir Sie in unseren Verteiler auf und schreiben Sie im Herbst an. Bitte schicken Sie uns zu diesem Zweck eine kurze Mail an shop@balduccio.it


Bis es mit der neuen Ernte soweit ist, können Sie von unserem Öl möglicherweise auch bei einem unserer Wiederverkäufer etwas erhalten. Hier eine Auflistung: Unser Olio in D, CH, A, NL, L & I




Lamporecchio, 8. Januar 2018


So, langsam wirds wieder ruhiger hier. Die Olivenernte und das Ölmachen sind schon seit Mitte November vorbei. Seither wird Holz gemacht und an regnerischen Tagen die Geräte der Olivenmühle demontiert und gereinigt. Pumpen, Förderschnecken, Waschanlage, Förderbänder, Ölbehälter, Decanter, Knetkessel, keine Schraube bleibt in ihrer Mutter… Eigentlich ist es schon verrückt: Ein Monat vergeht, um die Olivensaison vorzubereiten, nach einem knappen Monat ist die Ernte vorbei, dann folgen zwei Monate Putzen…

Aber, es hat sich gelohnt! Das 2017er Öl ist toll geworden: grünfruchtig, feinbitter und echt scharf. Die Analysedaten (hier: Analysenresultate & Jahrgaenge) bestätigen unseren Eindruck. Das 2017er Öl schlägt alle bisherigen Polyphenolrekorde!


Dieses Jahr werden wir zum Glück nicht wie letztes Jahre einem Teil unserer Kundschaft mitteilen müssen, dass wir nicht liefern können. wir haben genügend Öl auch für die Vorbestellungen für April!


Neu ist unser Verkaufsladen im Internet. Solange unser Vorrat reicht, können unsere Kunden direkt hier bestellen: https://shop.balduccio.it/de/


Unsere diesjährige Aktion, für gesunde, baumfrische Bio-Oliven unaufgefordert 1,50 Euro/kg (kostendeckend) zu bezahlen (statt – nicht kostendeckende – 0,80 bis 1,- Euro), hat bei unseren Partnern freudige Überraschung ausgelöst.  Wir hoffen sehr, mit unserer Initiative etwas für die Olivenhaine und ihre Bewirtschaftung getan zu haben. Selbstverständlich werden wir diese Preispolitik beibehalten. Ermöglicht wird sie durch unsere Kundschaft, die den Preisaufschlag von zwei Euro für unsere Halbliterflaschen verständnisvoll hingenommen hat. Dafür ein herzliches Dankeschön auch im Namen der hiesigen Bio-Bauern.



Lamporecchio, 4. Juli 2017


Leider war das 2016er Öl sehr knapp. Wir sind hoffnungslos ausverkauft!


Immer Ende September schreiben wir unsere Kunden an und bitten Sie um Vorausbestellung, damit wir wissen, wieviel wir produzieren müssen. Falls Sie ebenfalls von uns informiert werden möchten, lassen Sie uns bitte Ihre Mailadresse wissen. Schreiben Sie einfach eine kurze Mitteilung an Familie Balduccio info@balduccio.it.



Lamporecchio, 26. Dezember 2016

2016 muss den Problemjahren zugerechnet werden, in weniger verheerender Weise zwar als 2014, aber doch mit zerstörerischer Effizienz vernichtete die Olivenfliege in vielen Regionen Italiens Ertrag und Qualität. Vor allem Bio-Betriebe hatten dem Biest wenig entgegenzusetzen.

Dank einer Kaolin-Spritzung (Kaolin ist eine weiße Tonerde) im August und einer zweiten Spritzung mit kupferreduzierter Bordeauxbrühe konnten wir das Insekt von unseren Bäumen fernhalten.

Der Winter 2015/2016 war mild, der Sommer ebenfalls. Weder Kälte noch Hitze. Das ist zwar für die Menschen gut, doch nicht für die Qualität des Olivenöls.

Auch wenn die Olivenbäume unter der Hitze und Trockenheit eines klassischen toskanischen Sommers zu leiden scheinen, fördert große Hitze um die 40°C nicht nur die Synthese von Antioxidantien, sondern stellt gleichzeitig eine natürliche Insektenbekämpfung dar.

Auch wenn wir mit der Qualität des Öls zufrieden sind, sprechen die Analysedaten (Analysenresultate & Jahrgaenge) eine klare Sprache: Der Polyphenolgehalt liegt deutlich unter einem optimalen Jahr wie 2015. Und doch: Mehrere spätgeernteten Moraiolo-Haine erbrachten Öle, wie wir sie in ihrer intensiven, blättrig-fruchtigen Art bisher nicht kannten. Es ist erstaunlich, aber zumindest bei uns waren die ab Mitte November gepressten Öle fast noch interessanter als die von Ende Oktober/Anfang November.

Für die zugekauften Oliven haben wir dieses Jahr nie dagewesene Preise bezahlt. Offenbar gibt es eine steigende Nachfrage nach gesunden Bio-Oliven, was in Verbindung mit dem knappen Angebot an solchen für Toppreise sorgte. Einserseits ist das für unser Betriebsresultat nicht sehr aufbauend, andererseits freut es uns, dass der Wert der Olive Anerkennung findet und die Olivenbauern für ihre Mühe mal ordentlich die Hand aufhalten konnten.



Lamporecchio, 26. Oktober 2016

Das mit der Olivenfliege ist sehr seltsam dieses Jahr.


Ende Juli/Anfang August gab es einen Großangriff der Biester auf unsere Oliven. Wir spritzten dann Kaolin (weiße Tonerde) und im September nochmal Kalkmilch mit etwas Kupfer. Wir taten das ziemlich verzweifelt, denn unsere Hoffnungen waren schwach… Wir machten diese Investition trotzdem, einfach weil wir uns nichts vorwerfen wollten. Wir haben beschlossen, mal alles Bio-Mögliche gegen die Fliege zu tun. Wenn sie dann trotzdem käme, wäre es immerhin nicht unsere Schuld.

Die von der ersten Generation befallenen Oliven sind längst zu Boden gefallen und stören niemanden mehr… Und nun das Seltsame: Unsere Oliven sind absolut gesund! Selbst die Ascolana-Bäume mit den großen Essoliven sind ohne jeden Wurm! Die werden sonst auch in fliegenarmen Jahren befallen… Die Ascolana waren so prächtig, dass wir sie als Essoliven zubereitet haben.

Ob es unsere vorbeugenden Spritzungen waren oder andere Gründe, kann man natürlich nicht wissen. Tatsache ist, auf Balduccio haben wir diesen Herbst definitiv eine no-fly-zone!

Zu den unseren werden wir auch dieses Jahr wieder Oliven zukaufen. Der Vorteil dabei ist, dass wir auswählen können und nur dort kaufen, wo die Oliven nicht nur bio, sondern auch schön sind…



Lamporecchio, 27. August 2016


2016: Das neue Öl?

Wir tun alles dafür, dass es noch besser wird. Sämtliche Teile der bestehenden Ölmühle (außer dem Decanter) haben wir an einen befreundeten Produzenten in Griechenland verkauft. Ihn wird unsere Ölmühle punkto Qualität einen großen Schritt weiterbringen. Unser Adriano wird dabei helfen, die Mühle dort in Betrieb zu nehmen.

Die technologische Entwicklung geht weiter. Giorgio Mori (www.tem.it) hat eine neue Generation von Maschinen entwickelt! An diesem Fortschritt wollen wir teilhaben: besseres Waschen und vor allem Trocknen der Oliven, perfekte Temperaturkontrolle (Wärmeaustauscher) und kontinierliche Verarbeitung des Olivenbreis. Dadurch können die Verarbeitungszeiten entscheidend verkürzt werden. Auch an unserem Decanter (Zentrifuge) wurden Verbesserungen vorgenommen. Die Balduccio-Ölmühle wird die Oliven der kommenden Ernte auf international modernstem, technologischen Standard verarbeiten können! Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar vom 4. Juni 2010 weiter unten!

Jetzt kommt es nur noch auf die Oliven an...



Lamporecchio, 20. März 2016

2015: ein fast reinsortiger Frantoio-Jahrgang


Das neue Öl ist sehr gut geworden. Die Oliven waren absolut gesund, auch wenn die Sorte Moraiolo letztes Jahr eine kleine Produktionspause einlegen wollte. Somit besteht unser 2015er-Öl zur Hauptsache aus Frantoio-Oliven und ist daher vielleicht etwas duftiger, aber weniger kräftig als gewohnt. Da Menge und Qualität der Oliven in der Toskana einwandfrei waren, haben wir keine Oliven in Süditalien eingekauft (auch ein bisschen schade, denn wir lieben Coratina-Öl!).

In der Ölmühle gab es letztes Jahr zwei, drei Verbesserungen, die sich bewährt haben. Doch das ist bereits wieder Vergangenheit, denn wir haben Decanter, Filter und Waschanlage unmittelbar nach der Olivenernte nach Tavarnelle zu Giorgio Mori (TEM) gefahren, weil (leider) jedes Jahr neue Erkenntnisse zu neuen Maschinen zwingen.

Unser Ziel dieses Jahr: Noch sauberere und vor allem ganz trockene Oliven, zudem soll eine Veränderung am Decanter (Zentrifuge) nicht nur ein saubereres Öl erbringen, sondern durch eine verkürzte Kontaktzeit mit der Olivenpaste auch Fehlerquellen ausschließen. Der Filter hat nach 15 Jahren schlicht ausgedient und wird ersetzt.

Um das Öl der pflückfrischen Oliven unversehrt zu gewinnen, ist wesentlich, dass wir den Olivenbrei nicht länger als zehn Minuten im Malaxierer (Gramola) lassen und die Temperatur während der ganzen Produktion bei 21°C gehalten wird, auf keinen Fall aber die 23°C übersteigt. Entscheidend für die Sicherung der erreichten Qualität ist das unmittelbare Filtern des Öls im selben Moment, in dem es aus dem Decanter fließt.


Wie Sie wissen, selektionieren wir für die Flaschenabfüllung Oliven, die ein pikanteres, pfeffrigeres Öl ergeben (in diesem Jahr Frantoio), für die Bag-in-Box hingegen Oliven für ein milderes Öl. Vor allem sind das Leccino-Oliven, die im Moment der Ernte bereits etwas reifer sind. So oder so, herrlich grün schmecken beide Öle!


Leider sind wir seit Mai ausverkauft. Unnötig vielleicht zu erwähnen, dass Balduccio kein Öl zukauft und auch nicht über Reserven alten Öls verfügt. Wir bitten deshalb um Verständnis, dass wir bis zur neuen Ernte nicht mehr liefern können…


Vier tolle Auszeichnungen haben wir für unser 2015er Öl erhalten: Bestes Öl des Montalbano, bestes Öl der Provinz Pistoia (Fernsehsender TVL), Bronze-Medaille des begehrten Premio Magnifico (siehe unten) und die Tre Foglie (höchste Auszeichnung) im Ölführer Oli d‘Italia 2016 des Gambero Rosso!



Lamporecchio 13. Dezember 2014

2014: ein Jahr zum Vergessen!


Beim Wein wirds keinen 2014er geben, da die Kirschessigfliege unsere gesamte Ernte so beschädigt hat, dass wir die Trauben haben hängen lassen. Schade, denn mit dem 2013er haben wir wirklich einen Wein hingekriegt, der so schmeckt, wie wir das schon lange wollten. Leider ist er so gut wie ausverkauft…

Bei den Oliven sieht es ähnlich aus. 2014 ist für Italien ein katastrophales Olivenjahr. Die Olivenfliege hat von Norden bis mancherorts im Süden Ertrag und Qualität ruiniert. Toskanisches Bio-Öl wird es kaum welches geben… Nur Bauern, die fleißig und bereits im Juli Insektizide versprühten, konnten ernten.

Im Sinne der Transparenz: Das Öl, das wir unseren Kunden schicken, stammt in erster Linie aus der Basilikata und Nordapulien, wenig aus Kalabrien. Aber auch dort waren knackige, gesunde Bio-Oliven rar. Wir mussten um diese förmlich kämpfen – und dafür Rekordpreise bezahlen. Dementsprechend hoch waren unsere Anforderungen: Einen Lastwagen voller Oliven schickten wir nach Augenschein und Fototermin wieder in den Süden zurück. Das Öl hätte weder unseren Kunden noch uns selbst geschmeckt. Dies, obwohl der Produzent uns Top-Oliven versprochen hatte.

Am Ende ist das Resultat aber äußerst positiv, das Öl ist toll geworden: ein grünfruchtiges, pfeffriges Gewürz!

Die hauptsächliche Sorte für die Flaschen-Bio-Öle ist Coratina aus der Basilikata und aus Nordapulien, in den Bag-in-Box ist zudem ein kleiner Anteil der milderen Carolea und Tondina aus Kalabrien dabei.


Nächstes Jahr wird alles besser…

Analysenresultate hier: Infos zum aktuellen Öl



Ihre Familie Balduccio



Lamporecchio 21. Dezember 2013

2013 war für uns in erster Linie ein tolles… Weinjahr!


…für die Oliven wars schwieriger..:  viel Niederschläge das ganze Jahr über, starker Wind im November, ein früher Kälteeinbruch und zudem wurden die Olivenbäume des Montalbano von einer – wenn auch leichten – Fliegenattacke heimgesucht. Manche Hänge hatten einen leichten, andere gar keinen Befall. Wir mussten daher ziemlich streng selektionieren. Das Endresultat – sowohl die Bag-in-Box, als auch die Flaschen – ist aber mehr als zufriedenstellend. Von einer guten Qualität zeugen auch exzellente Analysenresultate: Analysenresultate & Jahrgaenge.

Ihre Familie Balduccio



Lamporecchio 5. Dezember 2012

2012 war ein tolles Olivenjahr!


Die Bäume waren prallvoll und die Ölqualität ist hervorragend. Wir können uns nicht erinnern, je so saubere, so präzis-fruchtige Öle hervorgebracht zu haben. Es wird für uns nicht einfach sein, das zu wiederholen oder gar zu übertreffen...

Auch die Polyphenole sind begeisternd. Heute haben wir den Befund des Laboratoriums Analitica in Vinci erhalten: 566 mg/kg für den „blend“ (unser klassisches Öl aus Moraiolo- und Frantoio-Oliven)! (Weitere Analysenresultate hier: Analysenresultate & Jahrgaenge)

Der größte Teil unseres Öls ist bereits bei den Kunden. Nur das für April reservierte Öl und eine kleine Reserve lagern nun in der kühlen (aber nicht kalten!) Ölmühle bis zum Frühjahr.

Wir sind überzeugt, dass die doppelte Filtrierung – erst grob mit 30 Micron unmittelbar nach der Extraktion, dann fein mit 10 Micron – das Öl haltbarer macht.

Beim Versand haben wir dieses Jahr gute Erfahrungen gemacht mit der GLS. Dieser Kurier hat es fertiggebracht, den meisten Kunden das Öl innerhalb von 48 Stunden auszuliefern.

Wir wünschen Ihnen allen viel Freude mit dem neuen Öljahrgang!

Ihre Familie Balduccio



Lamporecchio, den 11. April 2012


Am 15. März füllten wir die letzten 1750 Halbliterflaschen des 2011er Jahrgangs ab, sie reichen genau, um die bestehenden  Bestellungen auszuführen. Danach sitzen wir leider bis im November auf dem Trockenen.


Ein Wort zum Öl, das die Kunden mit der Frühjahrsauslieferung erhalten haben:


Wie Sie vielleicht wissen, war das vergangene Jahr nicht nur im Bezug auf Wein, sondern auch beim Olivenöl sehr mager. Obschon wir bei Mangel Bio-Oliven zukaufen, konnten wir die benötigte Menge nicht erreichen, denn auch die Produzenten, mit denen wir zusammenarbeiten, hatten eine geringe Ernte.

Am Ende fehlten uns insgesamt 3000 Liter Öl. Großkunden mussten wir schon während der Ernte mitteilen, dass wir ihre Bestellungen nicht ausführen können.


Mitte November, als die Olivenernte in der Toskana bereits zu Ende ging, erfüllten wir uns angesichts unserer unterbeschäftigten Ölmühle einen lange gehegten Wunsch, nämlich Oliven aus anderen Regionen zu pressen. Unsere Wahl für diesen ersten Versuch fiel auf die nordapulische Sorte Coratina. Diese spätreifende Sorte ergibt besonders polyphenolreiche (Balduccio-Coratina: 519 mg/kg) und grünfruchtige Olivenöle und ist bei norditalienischen Produzenten beliebt, um etwas zu schlappe Öle "aufzufrischen" und ihnen Frucht sowie Pfeffrigkeit zu verleihen.

Wir holten also bei einem befreundeten Bio-Produzenten in Bitetto bei Andria eine Ladung Coratina-Oliven und pressten sie am nächsten Morgen bei uns in der Toskana. Das Resultat ist begeisternd! Ein herrliches, intensiv grünes, ausgeprägt pfeffriges Öl. Nach unserem Dafürhalten und nach Aussage von Leuten, deren Urteil wir vertrauen, ist es unser bestes 2011er-Öl! Selbstverständlich weisen wir es auf dem Etikett deutlich erkennbar als Öl der Sorte Coratina aus.


Unsere Zukunftspläne:

Als leidenschaftliche Ölproduzenten mit einer jedes Jahr perfekter arbeitenden Ölmühle möchten wir unseren Kunden und Freunden in Zukunft einen Einblick in die faszinierende Welt der verschiedenen italienischen Olivensorten gönnen. Wir wollen also einzelne Sorten – vor allem unsere toskanischen, aber auch solche aus anderen Regionen – separat pressen und reinsortig abfüllen.

Dieses Vorhaben ist nicht kommerziell motiviert und dient nicht dazu, diese Selektionen teurer zu verkaufen. Auch möchten wir die sortenreinen Öle nicht separat anbieten, sondern davon Einzelflaschen in die 12er-Kartons neben das traditionelle Balduccio-Öl stellen. Ohne Aufpreis, nur weil es uns und hoffentlich auch Ihnen Spaß macht. Für die Qualität garantieren wir! Was nicht Spitze ist, kommt bei uns nicht in die Flasche.

Wir hoffen sehr, dass unsere Zukunftspläne auf Ihre Zustimmung stoßen! Für Ihre Meinung und Anregungen sind wir dankbar.

herzliche Grüße

Ihre Familie Balduccio




Lamporecchio, den 30. Januar 2012

Liebe Balduccio-Freunde,


der vergangene Samstag war für unsere Azienda Agricola wie letztes und wie vorletztes Jahr ein Freudentag: Zum dritten aufeinanderfolgenden Mal wurde das Balduccio-Öl zum besten des Montalbano gekürt.

(Beim prämierten Öl handelt es sich um ein Muster der Herbstabfüllung, das die November-Besteller erhalten haben.)


Der Wettbewerb "Concorso dell'Olio Extra Vergine del Montalbano" wird von der Handelkammer Florenz, der CIA (Bauernverband) der Provinz Florenz, sowie den florentinischen Gemeinden Vinci und Cerreto Guidi organisiert. Die Öle werden von einem offiziellen Panel der Handelskammer Florenz getestet und bewertet.

45 Öle wurden von den Olivenbetrieben des Montalbano-Hügels angestellt. Das Verrückte ist nun, dass von den sieben höchstbewerteten Olivenölen mit einer Ausnahme alle in unserer Ölmühle gepresst worden sind!


Wir haben für diese Olivenbauern aber nicht nur die Oliven zu Öl gemacht, wir haben sie auch dazu angehalten, die Oliven jeden Tag frisch zu verarbeiten und ihr Öl sofort zu filtern. Sie tatens zwar, aber manche erst gegen ihre eigene Überzeugung. Nach ihrer Prämierung stellt diese Ratschläge keiner von ihnen mehr in Frage...


Nun, einerseits macht uns diese fast peinliche Überlegenheit natürlich stolz, auf der anderen Seite stimmt hier etwas ganz gewaltig nicht. Denn die Öle der großen örtlichen Ölmühle kommen aufgrund ihrer mangelhaften Qualität nie in die Bewertungen. Es darf nicht sein, dass eine der größten genossenschaftlichen Ölmühlen der Toskana mit Anlagen in Vinci, Lamporecchio und in der Maremma die Oliven der Bauern eines großen Einzugsgebietes systematisch zu fehlerhaftem Öl verarbeitet und damit entwertet.

Wir sehen doch täglich mit an, wie sich unsere Nachbarn und Freunde in den Olivenhainen abrackern. Leider sind sie weder in der Lage, die Qualität eines Olivenöls sensorisch zu beurteilen, noch es selbst zu kommerzialisieren. Sie sind gezwungen, das Öl für wenig Geld in der Ölmühle zu lassen. Meist kommt der mittelmäßige Saft dann als preisgünstiges Toscano IGP in die Supermärkte. So eine Verschwendung!


Wohin die Rückständigkeit dieser für große Gebiete der Toskana so wichtigen Institution führt? Zur Verwahrlosung der Olivenhaine mit allen negativen Folgen, die eine Landflucht mit sich bringt. Rüttelt diese Funktionäre nicht jemand wach, werden immer mehr Olivenhaine verwahrlosen und von hochbrennbarem Buschwerk überwuchert werden.


Toll ist, dass es diesen Wettbewerb bei uns gibt, denn er schafft Hoffnung für Ölbauern, die mit ihren Olivenbäumen Nützlicheres anfangen wollen, als die Oliven der Genossenschaft zu überlassen. Sie hätten vorgestern die stolzerfüllten Gesichter der prämierten Produzenten sehen sollen. Man schreibt über diese meist jungen Bauern in der toskanischen Presse, die Leute interessieren sich plötzlich für ihr Öl: Sie sind hochmotiviert und gehören nun wohl zu denen, die ihren Olivenhain weiterhin bearbeiten werden! Ihnen ist auch klar geworden, dass der Weg zu einem, wenn auch bescheidenen, Erfolg, über bedingungslosen Qualitätswillen führt.


Wir wünschen auch Ihnen in diesen stürmischen Zeiten ein möglichst gutes Jahr und grüßen Sie herzlich

Ihre Familie Balduccio



PS. Unsere Kunden, die ihr Öl für Frühjahr bestellt haben, werden wir Ende März anschreiben und ihnen die Lieferung ankündigen. Wir warnen Sie aber vor: Sie werden nicht das prämierte Öl erhalten, es ist ausverkauft, sondern ein anderes. Wir meinen: ein sogar noch besseres! Mehr darüber aber erst im März...




Lamporecchio, den 12. Januar 2012

Liebe Balduccio-Freunde,


Endlich… die Olivenernte ist längst vorbei, das Öl nicht nur im Tank, das meiste davon schon bei den Kunden, die Ölmühle bis auf die letzte Schraube demontiert, gereinigt und wieder montiert. Alles blitzt und funkelt wie frisch ab Fabrik!


Unser 2011er Öl ist gut geworden, das die wichtige Nachricht, die Farbe ist toll (dunkles Grün), der Duft intensiv fruchtig und im Geschmack ist das Öl dicht, fruchtig, recht bitter und vor allem scharf. Ein tolles, intensives Öl.

Der Gehalt an freien Fettsäuren ist den gesunden Oliven entsprechend tief. (Analysenresultate hier: Analysenresultate & Jahrgaenge)


Die Schattenseite: Die Menge ist gering. Wir konnten von befreundeten Produzenten am Montalbano und bei Montelupo Fiorentino zwar kleine Mengen wunderschöne Bio-Oliven kaufen, aber für eine normale Produktionsmenge reichte es nicht. Perfekte Oliven waren rar dieses Jahr, und überreife, schwarze Oliven interessierten uns nicht.

Einigen Großkunden mussten wir deshalb absagen und hoffen, dass sie uns nun nicht untreu werden, sondern nächstes Jahr unser Öl wieder beziehen und an ihre Kunden weitergeben werden.


Unser Öl wird biologisch erzeugt, das wissen unsere Kunden. Trotzdem lassen wir es ab und zu prüfen, um sicher zu sein, dass sich nicht doch Spuren von Pflanzenschutzmitteln (vielleicht von einem Nachbarn, der seine Reben oder seine Oliven bei viel Wind gespritzt hat) finden lassen.

Wie erhofft, lassen sich in unserem Öl keine giftigen Substanzen nachweisen. Für Fachleute hier die Liste der Substanzen, die vom Laboratorium des Chianti-Classico-Konsortiums gesucht (aber nicht gefunden) wurden:

Abamectin

Cylflutrin (alfa e beta)

Atrazina

Azinphos ethyl 

Azinphos methyl

Chlorpyrifos

Chlorpyrifos methyl

Chlorthal dimethyl

Cipermetrina

Cyhalothrin

Deltamethrin

Diazinon

Dichlorvos

Dimethoate 

Endosulfan solfato

Etion

Etrimfos

Fenitrothion

Fention

Fenvalerate

Malation

Mecarbam

Methidathion

Omethoate

Oxyfluorfen

Parathion methyl 

Permethrin 

Phosalone 

Phosmet 

Pirimiphos methyl

Quinalphos

Simazin


Auf Weichmacher lassen wir unser Öl nur deshalb nicht mehr untersuchen, weil wir alle PVC-Materialien, die mit der Olivenpaste oder mit dem Öl in Kontakt kommen, durch andere Materialien ersetzt haben.


Eine Überraschung für unsere Kunden haben wir noch, sie betrifft das Öl, das wir im Frühjahr an die Besteller verschicken werden... aber worum es sich handelt, geben wir erst Ende März preis. Wir schicken nur eins voraus: Es handelt sich um ein unglaubliches Öl! (Polyphenole: 519 mg/kg, Peroxidzahl: 3,31!)

Alles Gute und viel Freude am diesjährigen Öl wünscht Ihnen

die Balduccio-Familie




Lamporecchio, den 9. April 2011


Liebe Balduccio-Freunde,


heute, auf der Vinitaly in Verona vor großem Publikum, wurde das Balduccio-Öl 2011 vom neuen Gambero Rosso Öl-Führer als eines der 74 besten Olivenöle Italiens mit der Höchstwertung, den drei Olivenblättern (Tre Foglie), ausgezeichnet!

Diese Prämierung freut uns natürlich sehr! Sie und wir wissen allerdings, dass unser 2010er Öl zwar gut, aber nicht exzellent wie zum Beispiel das vom Vorjahr ist… oder besser war! Denn die Flaschen sind leider schon seit Anfang Jahr ausverkauft.


Bevor Sie jedoch ob des Ölmangels kulinarische Panik kriegen, können Sie bei uns noch Kanister bestellen. Für ein paar Wochen sollte noch genügend da sein: Wir verschicken Kartons mit vier Dreiliterkanistern. Ebenfalls ein Öl aus unserer streng ökologischen Produktion, allerdings ohne Bio-Zertifizierung und zu einem Teil aus milderen Leccino-Oliven gepresst. Preis: 4 x 51 Euro zuzüglich 16 Euro Transport (insgesamt also 220 Euro).


Herzliche Grüße aus der Toskana

Ihre Balduccio-Familie


PS. Wir hoffen nun nur, dass unser Öl bei den Öl-Publikationen auch dann Anerkennung findet, wenn wir selbst wieder mal vollkommen damit zufrieden sind und es eine genügende Menge davon gibt…




Lamporecchio, den 30. Januar 2011


Liebe Balduccio-Freunde,


gestern war für unsere Azienda Agricola ein Freudentag!

Am Freitag erhielten wir zwei Anrufe, einen aus Vinci, den anderen aus Florenz, wir wurden gebeten, gestern Vormittag unbedingt ins Gemeindehaus von Cerreto Guidi zu kommen, wo die Gewinner des diesjährigen Montalbano-Olivenöl-Wettbewerbes prämiert würden.


Tatsächlich, es hat sich gelohnt, nach Cerreto rüber zu fahren! Zum zweiten Mal in Folge wurde unser Öl als das beste Extra Vergine des Montalbano prämiert. Wir sind wirklich stolz auf diese Auszeichnung, da die Auswahl uns doch absolut unabhängig scheint. Organisiert wird der "Concorso dell’Olio Extra Vergine del Montalbano" von der Handelkammer Florenz, der CIA (Bauernverband) der Provinz Florenz, Vinci und Cerreto Guidi, beides Gemeinden der Provinz Florenz. Und zum zweiten Mal müssen die Florentiner nun einen "Auswärtigen" (Lamprecchio liegt in der Provinz Pistoia) aufs Podest heben.


Was das Preiskomitee aber nicht wissen konnte, ist, dass die Oliven von vier der fünf bestklassierten Olivenöle in der Balduccio-Ölmühle gepresst wurden! Balduccio, Giorni, Galluzzi und Innocenti heißen die vier Produzenten. Der Vollständigkeit halber: Das zweitklassierte Öl stammt von Enrico Pierrazuoli (Tenuta Cantagallo in Carmignano).


Wir sind zwar stolz, denn wenn vier der fünf besten Olivenöle in unserer Ölmühle entstanden sind, dann heißt das, dass wir wohl auf dem richtigen Weg sind. Allerdings sind wir uns sehr bewusst, dass wir noch längst nicht am Ziel sind. Denn wir wissen genau, dass wir an der Qualitätssicherung unseres Öls noch viel arbeiten und investieren müssen, im Olivenhain und in der Ölmühle!


Glücklich und ein bisschen stolz grüßen wir Sie, unsere Freunde und Kunden, die uns durch ihre Treue überhaupt erst ermöglichen, als Betrieb zu existieren und laufend in die Qualität zu investieren,

Ihre Balduccio-Familie



PS. Diese Prämierung ist für uns zwar eine tolle Bestätigung, aber wir möchten doch die Verhältnismäßigkeit gewahrt wissen und klarstellen, dass der Jahrgang 2010 sicher kein großer Jahrgang war. Wir haben versucht, das Beste aus den Oliven zu machen, aber von der Qualität her war das 2009er Öl dem 2010er deutlich überlegen.




Lamporecchio, den 10. Januar 2011


Leider können wir vom Jahrgang 2010 nicht begeistert sein. Es hat einfach zu viel geregnet! Von Frühjahr weg immer wieder Niederschläge und dann während der Olivenernte fast täglich. Der Regen vernichtete nicht nur die Hälfte unserer Traubenernte, er sorgte auch dafür, dass die Rechnung beim Öl nicht aufgeht. Statt bei 14 bis 15 Liter Öl pro 100 kg Oliven liegt die Ausbeute bei kaum zwölf Prozent. Gleiche Arbeit, gleicher finanzieller Aufwand bei fast 20 Prozent weniger Einnahmen. Zudem haben wir nur eine geringe Menge erzeugen können.

Aber das ist eben Landwirtschaft!

Die Wetterbedingungen halfen uns auch bei der Qualität nicht sehr. Am Ende sind wir mit dem Resultat zwar zufrieden, allerdings war der Preis dafür, dass wir auf die Verarbeitung größerer Olivenpartien verzichten mussten, weil das Öl nicht unseren (und Ihren) Erwartungen entsprochen hätte.

Der Polyphenolgehalt liegt wie erwartet etwas unter dem des Vorjahres, die freien Fettsäuren liegen etwas höher. Dafür ist der Tocopherolgehalt (Vitamin E) erfreulicherweise höher.

Wen wunderts, dass die Analysenwerte verrückt spielen? Der Olivenbaum ist eine Pflanze, die in Trockengebieten gedeiht, im niederschlagsreichen Sommer und Herbst des toskanischen 2010 fühlte er sich ganz und gar nicht wohl.

Nur dank strenger Selektion können wir für die Menge, die unsere Kunden im Oktober vorbestellt hatten, eine gute Qualität garantieren: Ein dieses Jahr besonders grünes, auch aromatisches, allerdings nur mittel-pfeffriges Öl.

Die Produktion einer ausreichenden Menge war leider nicht möglich: Wer nicht vorbestellt hat, kann leider nicht beliefert werden. Die Halbliterflaschen (unsere Topqualität) sind ausverkauft, nur Kanister sind noch verfügbar.

Mehr zu den Analysenwerten hier: Analysenresultate & Jahrgaenge.


Vielleicht interessiert Sie, welches Phänomen der Qualität in die Quere kam? Es war ein Pilz, Cycloconium oleaginum, der, kreisförmige, schwarze Flecken bildend, normalerweise nur die Blätter befällt (bekannt unter dem Namen „occhio di pavone“ oder Pfauenauge). Aufgrund des feuchten Wetters besiedelte er dieses Jahr auch die Oliven. Dieser Bösewicht ist es, der für den erhöhten Gehalt an freien Fettsäuren verantwortlich ist…



Lamporecchio, den 2. September 2010


Extaktionsmethoden mit größerer qualitativer Sicherheit, wären offenbar möglich. Letzten Winter machten Marco Mugelli und Giorgio Mori Versuche mit einer ziemlich revolutionären, kontinuierlichen Maschine. Von ihrer Weiterentwicklung sieht man vorerst aber ab, weil die Ölausbeute zu tief ist. Statt 12% bis 15% vielleicht 6% bis 9%. Die Öle würden zwar vielleicht ein bisschen besser, aber mit Gewissheit doppelt so teuer.



Lamporecchio, den 4. Juni 2010


Nachtrag zur selbstkritischen Bemerkung vom 23. Mai:

Jedes Jahr machen wir bezüglich Qualität einen Schritt weiter vorwärts. Im Moment merken wir aber, dass wir an einer Grenze angelangt sind und für den entscheidenden Schritt vorwärts die nächste technologische Generation abwarten müssen.

Solange nämlich die Ölextraktion aus Mangel an geeigneter Technologie nicht kontinuierlich, sondern diskontinuierlich erfolgt, werden wir diesen Prozess nie so kontrollieren können, wie notwendig wäre. Wir sind zuversichtlich, dass diese neue Methode bis in zwei Jahren zur Verfügung stehen wird.



Lamporecchio, den 23. Mai 2010


Im Olivenölführer 2010 von Slow Food wurde unser Öl mit zwei von maximal drei Oliven ausgezeichnet. Naja, eigentlich verlangt unser Ehrgeiz ja nach den „drei Oliven“...

Bestimmt ist Olivenöl auch ein bisschen Geschmackssache, aber richtig ist sicher auch, dass wir noch nicht so perfekt sind, wie wir es gerne sein möchten.



Lamporecchio, den 30. Januar 2010


Heute wurde unser Öl ausgezeichnet!

Die Preisverleihung des „XI Concorso dell‘Olio Extravergine del Montalbano“ fand in Vinci, unserem Nachbarort statt. Die Verkoster wählten unser Öl aus 50 Kandidaten zum besten Öl des Montalbano!


Verkostungskommentar: „Fruttato medio-intenso di oliva al giusto grado di maturazione, note di caffeina, amaro medio-intenso con note di carciofo, piccante medio intenso.“ Note: 8,2.


Balduccio Azienda Agricola

1° classificato


Das ist eine große Ehre für Balduccio und ein Ansporn, es noch besser zu machen!

Familie Balduccio



Lamporecchio, den 25. Januar 2010


Freie Fettsäuren (0,18%) und Peroxide (5,1 meq) von Abfüll-Los „01. 12. 2009“ wurden am 25. Januar 2010 vom Labor der Handelskammer Florenz bestimmt.



Lamporecchio, den 01. Dezember 2009


Der Polyphenolgehalt von Abfüll-Los „01. 12. 2009“ (colorimetrisch ermittelt) beträgt  617,5 mg/kg, der Gehalt an Tocopherol 203 mg/kg (chemische Analyse vom 10. Dezember 2009, Matura Analitica, Vinci.)

Mit diesem Polyphenolgehalt dürfte das Balduccio-Öl zu einer weltweit sehr überschaubaren Gruppe von Ölen gehören, die über 600 mg/kg dieser wertvollen Antioxidantien aufweisen.



Lamporecchio, den 29. November 2009


Vor wenigen Tagen haben wir unsere letzten Oliven gepresst.

Die Ölmühle ist allerdings noch ein paar Wochen in Betrieb und mahlt die Oliven von Nachbarn und entfernteren Produzenten. Manche Olivenbauern kommen von sehr weit her, um ihre Oliven von unseren Maschinen zu Öl machen zu lassen. Langsam spricht sich herum, dass die hier gepressten Öle nicht nur reintöniger, sondern aufgrund der besonderen Arbeitsweise (Vermeidung von Oxidation, extreme Hygiene) auch viel haltbarer sind als die traditioneller Ölmühlen.


In letzten vier Wochen konnten wir nur an einem Tag wegen Schlechtwetter nicht arbeiten. Noch nie hatten wir ein derart glückliches Wetter während Olivenernte. Und nur selten waren die Oliven so gesund und perfekt wie dieses Jahr! …ideale Voraussetzungen für gutes Öl.


Wer uns kennt, wird sich ins Fäustchen lachen, wenn er das liest: Unser 2009er Öl ist – vergleichsweise – mild! Das hat mehrere Gründe: Im vergangenen Jahr rieten uns Ölverkoster unseres Vertrauens (Marco Mugelli von der ANAPOO und Jobst von Volckamer von Merum), die Extraktion nicht auf die Spitze zu treiben, da dies auf Kosten der Ausgewogenheit ginge.


Anstatt den Olivenbrei wie vergangenes Jahr 40 Minuten in den Knetbehältern zu belassen, versuchten wir es dieses Jahr mit 10 bis 20 Minuten. Gleichzeitig ließen wir die Temperatur nie über 20°C ansteigen. Diese Arbeitsweise führte zu einem Öl, das vielleicht etwas dezenter als gewohnt daherkommt, aber von der Haltbarkeit und der Reintönigkeit noch besser sein sollte (natürlich nur unter den bekannten idealen Umständen: 14° bis 18° und absolut ohne Licht gelagert).

Wenn wir die 2009er Öle anderer Produzenten verkosten, dann scheint uns aber, dass parallel zu unseren Bemühungen auch der Jahrgang das Seine zum eleganten Charakter der diesjährigen Öle beigetragen hat.


Das 2009er Balduccio Öl weist eine überaus frische, grasige Frucht, eine sehr dezente Bitterkeit und eine deutliche Schärfe auf.

Diese Woche werden wir die ersten Flaschen abfüllen und sogleich an die Kunden verschicken, die ihr Öl rechtzeitig bestellt haben und noch vor den Festtagen erhalten möchten.

Sobald die Flaschen abgefüllt sind, werden wir sie analysieren lassen und an dieser Stelle die Resultate veröffentlichen.


Neuerungen: Wie wir schon vor der Ernte versprochen hatten, wurden an der Ölmühle Neuerungen eingeführt. Die wichtigsten Verbesserungen sind zum einen die neue, leistungsfähigere Mühle, die die Knetbehälter in wenigen Minuten zu füllen imstande ist (Wegfallen von unnützen Wartezeiten und dadurch Verringerung des Luftkontaktes) sowie der Ersatz von PVC-Schläuchen durch Edelstahlrohre oder Materialen ohne Weichmacher. Das gilt insbesondere für die Abfüllanlage und den Filter aber auch für die Mühle.


Balduccio hat sich im Laufe der Jahre zu einem Vorzeigebetrieb entwickelt. Schließlich leben wir nunmehr seit genau 30 Jahren auf diesem Hof und erzeugen Olivenöl. Seit acht Jahren betreiben wir eine eigene Mühle und sind seither keinen Moment stehengeblieben. Vielmehr haben wir uns mit den Zielen, einen lebensfähigen Landwirtschaftsbetrieb zu schaffen und mit unserem Öl zur absoluten Spitze zu gehören, ständig weiterentwickelt.


Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht Olivenproduzenten aus fernen Ländern (Türkei, Neuseeland, Griechenland, aber auch aus italienischen Regionen) zu Besuch kommen. Sehr gerne geben wir unsere Erfahrungen weiter!

Aber auch in unserer Gegend, dem Montalbano, wächst die Aufmerksamkeit der Produzentenkollegen Balduccio gegenüber. Leider verfügen nur die wenigsten Olivenproduzenten über nennenswerte Absatzkanäle. Sie sind gezwungen, den Großteil ihrer Oliven den lokalen Ölmühlen zu sehr unbefriedigenden Bedingungen zu überlassen. Bei der Bezahlung werden kaum Unterschiede zwischen Qualitätsoliven und schlechtem, zwischen Bio- und Pestizid-Oliven gemacht.


Wir sind überzeugt, dass es richtig ist, wenn wir unsere glückliche Position (das Vertrauen unserer Kunden, unsere technologischen Möglichkeiten, unser Know how, unsere Kontakte zu Experten) für uns selbst und gleichzeitig für den Montalbano-Hügel nutzvoll ausbauen. Wir kaufen deshalb pflückfrische Oliven aus Bioanbau von zuverlässigen Bauern und pressen diese zusammen mit den unseren. Davon haben wir den wichtigen Vorteil, dass wir auch in mengenmäßig knappen Jahren genügend Öl für den Verkauf zur Verfügung haben. Gleicherweise haben unsere Bauernkollegen Vorteile: Sie erhalten von uns 50 Prozent mehr Geld als von den üblichen Abnehmern und werden nicht erst nach Monaten, sondern sogleich nach der Ernte bezahlt!


Indem wir den Bauern diese guten Konditionen bieten, akzeptieren sie von uns auch Vorschriften bezüglich der Qualität der Oliven: Nur einwandfreie, frische, nicht vollreife Oliven (erste drei Novemberwochen)! Nur Bio! Alle Oliven müssen am Tage der Ernte in der Presse sein! Lieferung nur Erntekisten, nicht in Säcken!


Als wir diese Entscheidung trafen, hofften wir, etwas zur Motivation der hiesigen Olivenbauern beizutragen. Tatsächlich hat sich die Sache wie ein Lauffeuer herumgesprochen, so dass wir zahlreiche Interessenten abweisen mussten. Denn einerseits wird als Azienda Agricola unsere Möglichkeit des Zukaufs vom Gesetz eng beschränkt, andererseits wächst die Nachfrage nach Balduccio-Öl nur gemächlich. Das starke Interesse der benachbarten Bio-Olivenbauern erlaubt uns jedoch, bei der Auslese um so kompromissloser zu sein und nur Partien für uns zu behalten, die unseren Vorstellungen entsprechen.


Weshalb wir uns mit unserer Entscheidung „outen“? Weshalb wir Ihnen nicht vormachen, nur eigene Oliven zu verwenden, obschon Sie das Gegenteil nie erfahren würden? Kein Landwirtschaftsbetrieb macht gerne damit Werbung, dass er Trauben oder Oliven hinzukauft. Wenn wir trotzdem vorziehen, stets alle Karten auf den Tisch zu legen, dann ist das unsere Investition in Ihr Vertrauen. Es ist Ihre Sache, ob Sie unsere Entscheidungen jeweils mittragen oder nicht, eine andere ist es, dass Sie immer gewiss sein können, dass hier nichts hinter Ihrem Rücken geschieht! (Nur damit es nochmals gesagt ist: Balduccio kauft zwar hochwertige Oliven hinzu, aber kein Öl!!!)


Und wenn wir schon dabei sind, reinen Wein einzuschenken, dann lassen Sie uns Ihnen doch gleich noch etwas über unsere Zukunftspläne (besser: Zukunftsträume) verraten: In diesen Jahren ist bei uns einiges an Erfahrung zusammengekommen. Unser Sohn Adrian (27) entwickelt sich neben seinem Studium an der Uni Florenz (Lebensmitteltechnologie) immer mehr zu einem Öl-Profi und guten Ölmüller, seine Verlobte Ilaria (auch sie angehende Lebensmitteltechnologin) hält uns administrativ den Rücken frei. (Die schikanösen Biokontrollen dieses Jahres könnten einem die Lust auf Bio wirklich vergehen lassen…)


Die Balduccio-Ölmühle gehört mit zur Avantgarde. Allerdings sind wir klein, der Platz ist beschränkt, als Azienda Agricola dürfen wir zudem nur eine beschränkte Mengen von Kunden-Oliven pressen. Die Nachfrage ist jedoch groß, theoretisch könnten wir rund um die Uhr arbeiten…


Gleichzeitig sind die Öle im Allgemeinen und in unserer Umgebung „schlecht“, oder besser: Sie sind viel schlechter als die Oliven an den Bäumen. Die Gründe: Die Bauern bringen die Oliven nach mehreren Tagen erst in die Ölmühle, dort werden sie nicht sofort, sondern erst nach Stunden verarbeitet. Die Arbeitstemperaturen liegen nicht unter 20°C sondern in der Regel über 30°C (es muss rasch gehen, zudem ist das Einzige, was die Bauern interessiert, die Ölausbeute). Der Luftkontakt ist groß. Die Öle verlassen die Ölmühle mit lädierten Polyphenolen, trüb, oft in stinkenden Gefäßen.


Der Traum: Der Bau einer größeren Ölmühle im Ort mit einem revolutionären Konzept. Die Kunden müssen strenge Regeln erfüllen, sonst werden ihre Oliven abgewiesen. Die Extraktionstechnologie ist eine Weiterentwicklung der auf Balduccio zur Genüge erprobten und soll reintönige Öle mit intakten Antioxidantien hervorbringen. Nur gefilterte Öle (!) verlassen die Ölmühle, und zwar in Gebinden, die hygienisch einwandfrei sind und in einem eigens dafür eingerichteten Waschraum lebensmittelfit gemacht werden. (Sie glauben ja gar nicht, wie gebrauchte Ölbehälter stinken können!)


Die Olivenbauern verfügen in der Regel nicht über Räume, wo für den Verkauf bestimmte Lebensmittel bedenkenlos konfektioniert werden können. Das Problem der Olivenbauern ist es, Oliven nicht selbst in Öl verwandeln zu können, deshalb brauchen sie die Ölmühle.

Ihnen ist meist nicht bewusst, dass sie noch eine ganze Reihe weiterer Probleme haben: Sie nehmen ein unfertiges Produkt mit nach Hause (trübes Öl), das sie in der Regel in nicht hygienischen Behältern, in nicht geeigneten Räumen lagern. Sie füllen dieses Öl in Kanister und Flaschen unter Umständen, die oft alles andere als appetitlich sind. Diese Behälter können sie nur unter der Hand verkaufen, da die gesetzlichen Bestimmungen der Lagerung, der Abfüllung und der Etikettierung nicht respektiert werden.

Das Öl der Bauern hat nicht den Wert, den es haben könnte, weil erstens ein Großteil der Qualität zwischen Olivenbaum und Ölflasche auf der Strecke bleibt und zweitens, weil es aus gesetzlichen Gründen nicht über die regulären Vertriebswege vermarktet werden kann.


Also: Unsere Traum-Ölmühle will die Bauern dazu motivieren, sich ihr Öl unmittelbar nach der Pressung in die gewünschten Flaschen oder Kanister füllen und gleich mit ihrem eigenen Etikett ausstatten zu lassen. 24 Stunden nach der Ablieferung ihrer Oliven nehmen die Bauern statt trübem Öl verkaufsfertige Konfektionen mit nach Hause und können sich damit an eine eigene Vermarktung wagen.


Wir sind überzeugt, dass die Bauern damit einen potentiell vorhandenen, heute verschütteten Mehrwert der Olivenöle des Montalbano realisieren können.


herzliche Grüße

Ihre Familie Balduccio





Lamporecchio, den 10. Dezember 2008


Die Olivenernte ist abgeschlossen. Die Oliven haben gehalten, was wir uns von ihnen versprochen haben, und die Ölmühle hat ihre Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Anlagen wiedermal unter Beweis gestellt.

Es ist ein Öl, wie wir es erhofften! Es ist grün, riecht fruchtig nach Bittermandeln, Artischocken, geröstetem Kaffee, frischem Gras, es ist dezent bitter und richtig scharf.

Hätte es nicht so oft geregnet (ich beklage mich angesichts der üblich gewordenen Sommertrockenheit nicht darüber!!), dann hätten wir noch etwas mehr Oliven ernten können... Aber die 4950 Liter bestes 2008er sollten uns bis zum Sommer reichen.



 

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